Shadowrunning GTA4

One of the things I recently noticed is that GTA actually gives you a fair amount of choice on how to do some missions, but doesn’t really advertise the fact.

Playing the game after some time (and only few days after a Shadowrun session), I went ahead and got to do the mission “Dining Out”, where Yours Truly (on his avatar in this case, Niko Bellic) had to run a hit on one Kim Young-Guk. Young-Guk was dining at a place called Mr. Fuk.

Warily, I drove Niko to the encounter, investigating the site – a rather accessible and free-standing restaurant. Tired of all previous hit missions, which mostly ended up in me chasing the person on bicycle or car most of the time, I decided to try to be creative. I went around the back, and indeed, in the parking lot I found a motorcycle and a PMP 600 (which is a remake of one of those Chrysler estates). Fearing that this would exactly end up as I predicted, I rang up Packie and got myself a nice little car bomb.

Placing this under the PMP 600, I went inside and sure enough, the stale air in the restaurant had an unhealthy dose of lead after a couple of seconds. So one kills all the goons, goes upstairs and talks (while sighting down along the sights of the gun) to the manager, who said that Kim just fled out through the kitchen. Of course.

Chasing Kim down, one badgers through the kitchens, only to find that Korean bugger already having jumped down the fire escap, dodging into his PMP 600. One would then have to jump down after him and swing yourself unto the motorcycle.

Smirking, I let Niko pull out his mobile phone and call (handily preselected) the bomb, which promptly blows up the car and Kim with it. $13,250 earned without having to break your neck on the motorcycle and probably crash into something with a spectacular slow motion scene.

The thing is that GTA often silently encourages such behaviour. There’s a few missions where the city gets mission-specific instances, thus undoing some changes to the scenery you might have caused. But more often than not, you can just start laying traps if you either suspect or know what’s going to happen. Place bombs, blockade exits with a lorry, ram down fences to get other ways of access to a location, start sniping people from some totally different location, or just go all Altaïr and shuffle to a site via the rooftops.

It’s fun, really.

Urlaub in Saarbrücken: Kapitel 4 – „Simulacrum“

Manche sagen, daß es so ist, als würde man die Augen richtig aufmachen und einfach aufstehen. Andere denken einfach daran und sind sofort da. Für mich ist es eher, als würde ich mich selbst am Kragen packen und aus meinem Körper rauswerfen.

Egal, wie man es macht – man nennt es astrale Projektion. Der Moment, wo der Magier sein ich nimmt und es auf die astrale Ebene bewegt, losgelöst von seinem Körper. Seine Bewegung wurde jetzt nicht mehr eingeschränkt durch schwaches Fleisch und Muskeln; nur seine Gedanken waren die Grenze für die Geschwindigkeit.

Technisch gesehen konnte man jeden Punkt der Welt in unter vier Studen erreichen in der astralen Ebene. Das Problem war nur, daß die meisten Magier nicht viel länger aushielten, und vorher in ihren Körper zurück mußten – oder sie würden sich für ewig in der astralen Ebene verlieren, um einfach zu verschwinden.

Aber all die technischen Details bei Seite, selbst wenn sie so wichtig sind und ich sie so liebe, so beschreibt es doch nicht die Realität: wie wunderschön die astrale Ebene ist.

Die normale Landschaft verblaßt. Auf der astralen Ebene ist alles definiert durch die sogenannte „Aura“, welche die Essenz von einem Lebewesen wiedergibt. Menschliche Artefakte haben auch eine Aura, aber sie sind eher schwach und schemenhaft – einen Großteil der normalen Welt sieht man als schemenhafte, dunkle Formen, die zwar die Sicht versperren, aber eher wie Karikaturen der Realität wirken und wenig Widerstand bieten – man kann sich problemlos durch sie hindurchbewegen, wenn man will.

Aber alle Lebewesen sind da und geben ihr eigenes Licht ab. Der städtische Sprawl wirkt oft recht farblos und dunkel, da er fast nur von Menschen und der gelegentlichen Pflanze erleuchtet wird. Sobald man aber raus geht aus der Stadt und sich die Natur anschaut, so fühlt man sich, als würde man fast schneeblind werden vor der Helligkeit, die einem umgibt. Überall Pflanzen und Bäume und Tiere und Gras und… Man kann es einfach nicht angemessen genug beschreiben.

Vor allem schwer fällt es, die anderen Gefühle zu beschreiben, die man so hat. Wenn man merkt, wie die Kraft durch einen fließt, wenn das Mana in einer Gegend stark ist, oder wie hohl man sich fühlt, wenn sie schwach ist. So viele Sensationen, die so schwer zu beschreiben sind.

Ich blickte mich um, und sah die blühende Natur, gestört von der schemenhaften Form des Vans, und die Auren meiner drei Kumpanen. Bei Mirage war es deutlich, daß sie magisch begabt ist; sie konnte zwar nicht auf die astrale Ebene schauen – oder tat es einfach nicht – aber wie das Mana durch sie durch floß und sie anreicherte, anstatt einfach nur da zu sein, war Anzeichen genug.

Shirase hingegen war ein ekelhafter Anblick, der mich erschüttern ließ. Er wirkte wie ein schweizer Käse, nur nicht annähernd so appetitlich: überall war seine Aura, die ein ganzes Bild abgeben sollte, abgedunkelt bis quasi nicht mehr vorhanden. Die Cyberware durchdrang ihn, glitt fast alle seiner wichtigen Muskeln entlang, und machte ihn zu etwas, was bei weitem nicht mehr Mensch ist. Was Menschen nicht alles tun, nur, um bessere Kämpfer zu werden…

Ich orientierte mich. Ich wußte, wo die Anlage liegt, und flog schneller als ein Blinzeln dorthin. Ich schwebte leicht über den Boden und machte mir einen Überblick. Die Anlage stand wohl schon eine Weile da, also konnte ich halbwegs Details ausmachen über den Aufbau. Im Prinzip bestand es aus zwei großen Lagerhallen, einem kleinen Parkplatz und einigen abgelegenen Verwaltungsgebäuden. Zaun drumherum, Tor im Zaun.

Was mich irritierte, war, daß so eine Anlage keinen magischen Schutz hatte. Natürlich machte das den Run einfacher, und Magier kosten nunmal Geld, aber ich hätte nicht erwartet, daß der Besitzer nicht mal in passiven Schutz investiert hat. Das machte mich irgendwie skeptisch.

Als ich mich der Anlage selber nähe, merkte ich auch, warum es vielleicht schwer war, magische Hilfe zu bekommen: ein richtig krankes Gefühl stieg in mir auf. Ich fühlte mich übel und dreckig, und die Gegend wirkte giftiger, je näher ich an die Lagerhallen kam. Offenbar wurde hier schon so lange die Umwelt verschmutzt, daß es auch auf das Mana abfärbte.

Nähere Inspektion ergab, daß es auch Patrouillen gab, die umher laufen. Zusätzlich paßten zwo Wachen auf das Tor auf. Als ich mir das Verwaltungsgebäude näher anschaute, fand ich scheinbar auch den Wachraum; interessanterweise war dort ein MG aufgebaut, welches auf den Innenhof zeigte. Für meinen Geschmack eher eine eigenartige Wahl.

An die Lagerhallen wollte ich mich nicht rantrauen – sie waren mir zu widerlich. Etwas in mir sträubte sich einfach, mich ihnen zu nähern. Ich schaute mich lieber noch nach anderen Wegen in die Anlage um.

Am Nordrand wurde ich fündig, quasi direkt gegenüber des Eingangs. Hier lagen noch Trümmer eines alten Gebäudes rum, in welchem es etwas wie eine Explosion gegeben haben mußte, vor nicht all zu langer Zeit. Es gibt noch einen groben Schatten des eigentlichen Gebäudes an diesem Ort, der aber schon sehr schwach war, und halt die aktuelleren Trümmer, die sich in der Gegend verteilt haben, und das Gebäude scheinbar aushöhlten, bevor es zusammenfiel. Warum diese Trümmer noch da lagen konnte ich mir nicht erklären; inzwischen kann ich mir denken, daß sie wahrscheinlich keinen professionellen Entsorger gefunden haben, der diskret und günstig war.

Unter diesem Bauwerk auf jeden Fall führte ein alter Entwässerungsschacht raus… Er war größtenteils von Gras verdeckt, so daß man ihn nicht einfach so sieht. Ich merkte es daran, daß die Luke, welche draußen den Zugang zum Schacht erlaubte, wie ein schwarzes Loch zwischen dem ganzen Licht der Natur aufleuchtete – einer der vielen Vorteile davon, besser zu sein als der Rest der Menschheit.

Ein kurzes Herlangfliegen zeigte, daß bis auf einen Critter da unten wahrscheinlich nichts war. Weiter in die Anlage rein war der Kanal eingestürzt, aber zum Glück gab’s nicht unweit davor noch eine Luke, die wieder nach oben führte – hinein ins Gelände. Jackpot.

Mehr wollte ich jetzt auch nicht erkunden, die wichtigen Sachen hatte ich herausgefunden, und für mehr will ich Unterstützung dabei haben. Ich bewegte mein astrales ich zurück zu meinem Körper und sank wieder hinein.

So befreiend es auch war, aus dem Körper hinauszutreten, um so schlechter fühlte man sich, wenn man wieder hinein mußte. Man gab eine schier unermeßliche Freiheit auf, und das meist nicht nur aus freien Stücken, sondern nein, weil man wußte, daß man auf der astralen Ebene nur ein regelmäßiger Gast, und eben kein Bewohner. Das Ich eines Magiers hielt es nicht aus, für längere Zeit abwesend vom Körper zu verweilen, welcher ihm als Energiequelle dient, und gleichzeitig dafür sorgte, daß man in der materiellen Welt verankert war. Man hatte etwas Spiel, aber man fühlte sich trotzdem angekettet.

Und so raffte ich mich langsam wieder in meinem Körper auf, während die lebendige Welt zu ihrer normalen Tristesse verblaßte und ich mich fühlte, als würden mir Scheuklappen aufgesetzt. AR-Hinweise und -Markierungen tauchten wieder in meinem Sichtfeld auf, und ich war zurück in der Welt der kalten Technologie.

Ich schaute die anderen Runner an; Mirage nickte wissend, aber die anderen beiden waren leicht geschockt von der ganzen Sache. Ein Grinsen rutschte auf mein Gesicht.

„Ich weiß, wie wir reinkommen.“

Urlaub in Saarbrücken: Kapitel 3 – „Casting”

Die Heimfahrt war ereignislos. Meine Growler wurde nicht geklaut aus dem Parkhaus, der Regen hatte nachgelassen; alles war ruhig, als ich mich vom Motorrad schwang und meinen Helm abzog.

Mal wieder strahlte mir die AR entgegen. Hier draußen war es schon ziemlich ruhig, aber doch war alles wichtige subtil erleuchtet; eine Werbetafel für den neuen Suki Redflower-Film bot mir sofort einige AR-Links zu Rezensionen, Matrixzines und sonstigem Dreck an. Am Himmel sah ich noch die Wettervorhersage für Morgen; Regen.

Mit der Weile gewöhnt man sich an diese Informationsüberladung. Es ist eher sowas wie das Rauschen einer Lüftung, welches man nicht mehr bewusst wahrnimmt. Man merkt es eigentlich erst, wenn es fehlt.

So auch, als mein Comlink die Haustür aufmachte und ich den Weg zu meiner Wohnung hochging. Der Vermieter war seit dem Crash 2.0 nicht auf den AR-Zug aufgesprungen – keine virtuellen Klingelschilder, keine in der AR nachgezeichneten Treppenstufen und Fluchtwege, kein nichts. So sehr ich mich doch auf dem Fischmarkt gegen diese Reizüberflütung beschwerte – sie war ein Teil von mir. Nicht umsonst habe ich, gerade ich und genau ich, einen im Kopf implantierten Comlink, den ich mit der Kraft meiner Gedanken steuern kann.

Ich stapfte die Treppenstufen hoch, fiel durch meine selbstenriegelnde Haustür und sackte müde auf dem Sofa zusammen. Die AR meiner Wohnung begrüßte mich; klassische Musik ertönte aus meiner Stereoanlage, und die Kaffeemaschine sprang an – und meckerte gleichzeitig dadrüber, daß die Kaffeevorräte zu neige gingen, und schrieb den Bedarf auf die Einkaufsliste.

Ein Schmunzeln schlich sich auf mein Gesicht, als ich mir dachte, was wohl Anna, die junge Schamanin von letztens, denken würde. Sie würde wahrscheinlich angewidert das Haus verlassen, wenn sie bemerkte, was der Sinn hinter der ganzen modernen Elektronik in meinem Haus war. Der wohlige Geruch von Kaffee aus der Küche lockte mich.

Schlürfend überprüfte ich meine Nachrichten; nichts besonderes war passiert während er auf dem Treffen mit dem Schmidt war.

Ich ließ das Treffen mental Revue passieren; nach dem ominösen Satz des Schmidt wurde uns erklärt, daß wir im Rahmen unserer Nachforschungsaufgaben auch das Kamerateam für die Reporterin Vicky Vance spielen dürften, die in der Anlage nach Spuren illegaler Machenschaften suchen will. Ich wusste nicht, ob man ihr aufgetragen hatte, den Dreck am Stecken des Zielkonzerns zu finden, oder ob sie es einfach nur wegen der Publicity machte.

Zum Glück konnte ich die Rolle des Kamera-Bongos auf unsere komische Elfin abwälzen. Sie nennt sich “Mirage”, und ist ihres Zeichens Adeptin. Rückgrat hat sie nicht wirklich welches, aber es verwunderte mich trotzdem, daß auf einem so kleinen und harmlosen Run gleich zwei Mal magisches Talent vor Ort war.

Generell fand ich die Auswahl meines Teams etwas unglücklich; der Cybersam, Shirase, war ein bisschen dumm im Kopf, aber er wird ja dafür bezahlt, schnell zu sein und schießen zu können – und das kann er. Aber sonst war das Team blank – wir hatten nicht mal einen Hacker, der uns deckt. Ich hatte mir dann von Dutch Kontakt zu einer Dame namens “NetCat” vermitteln lassen, welche uns helfen könnte, wenn wir irgendwas zu erledigen haben, was gehackt werden muss. Aber ich hätte einen echten, reinen Hacker von uns allein doch begrüßt.

Ich hatte mich dann noch ein bisschen mit der Adeptin unterhalten, weil ich herausfinden wollte, was sie so kann – und es stellte sich heraus, daß es nicht wirklich viel war. Mirage war eine dieser “mystischen Adeptinnen”, die sowohl zaubern können als auch über verbesserte körperliche Fähigkeiten besitzen. Sprich sie war ein unfähiges Halbblut, welches keine der beiden Künste richtig konnte. Verdammt noch mal, sie konnte nicht mal die Astralebene wahrnehmen.

Nach dieser herben Enttäuschung (denn sie sah schon ziemlich gut aus) machte ich mich auch schnell nach Hause auf. Es gab’ in der Yellow Flag jetzt nichts mehr, was mich halten würde – und warum sollte ich meine Zeit dort mit den Mundänen verschwenden? Es gibt Wichtigeres zu tun.

Ich stellte mir einen Wecker auf die richtige Zeit Morgen früh, während ich schon mal den Waffenhändler meines Vertrauens über eine sichere Verbindung ansprach. Irgendwo musste ich ja noch die Gelmunition bis Morgen herbekommen. Ein kurzes Gespräch später, eine kleine Überweisung, und Morgen früh würde am üblichen Platz meine Munition deponiert sein; ich könnte sie auf dem Weg zum Treffpunkt aufsammeln.

Alles wichtige erledigt machte ich es mir mit etwas Essen gemütlich auf dem Sofa. Die Nacht war noch lang, und ich mußte mich weiter meinem Lieblingsthema widmen: meiner Arbeit zur vereinheitlichten Magietheorie. Irgendwann muss ich mit dem dummen Ding ja mal fertig werden.

Der nächste Morgen begann viel zu früh für meinen Geschmack. Mit Hilfe eines Wachmachers war ich jedoch schnell wieder auf den Beinen und suchte mir die Ausrüstung für den Run zusammen.

Kurze Zeit später hatte ich meine Feldhose und -jacke aus MET2000-Altbeständen an und zog mir die gepanzerte Weste über. Dabei verhedderte ich natürlich die Kapuze meines untergezogenen Kapuzenpullovers wieder unter der Weste, typisch. Meine Steyr TMP wanderte in den Holster im Kreuz, während ich die Ingram Smartgun X mit ihren Geckostreifen einfach an die Weste klebte; eine Fangschnur sorgte dafür, daß sie nicht vielleicht doch noch runterfállt.

Ich schnappte mir noch schnell meinen Rucksack, in dem ich den wichtigen Kleinscheiß für’n Run drin hatte (Wasser, Medkit, Seil, und anderen Kram, den Leute immer vergessen). Und meine Crux, die Tasche mit dem Psycho, wanderte vorsichtshalber auch mit rein. Ich hoffte zwar nicht, daß ich es nehmen müsste, aber man ist ja lieber vorbereitet. Als letzten warf ich noch mein Regencape über, welches allein durch seine Auffälligkeit für Anonymität sorgte – und praktischerweise die Waffen vor all zu neugierigen Zuschauern verbarg.

So gewappnet ging ich aus dem Haus und machte mich auf zum Treffpunkt.

Kurze Zeit später fand ich mich mit den anderen Runnern und einer nervigen Reporterin in einem Van, der sich selbst über die Autobahn gen Duisburg steuerte und so unauffällig war wie jeder andere nicht schwarz angemalt Van mit ‘ner Aufschrift auf der Seite.

Diese Reporterin Vicky war genau das, was ich befürchtet hatte: eine ziemlich hohle Tussi. Blond, begraben unter Make-up und auch sonst einfach nur aufgetakelt. Wir sollen uns irgendwo reinschleichen, aber trotzdem trug sie glitzernden Schmuck und auffällige, helle Klamotten, die sich nur vor einer Kameralinse gut machen. Immerhin hatte sie etwas Ahnung von der Materie – sprich: was es heisst, Reporter zu sein – aber sonst wollte man sie am Liebsten wegen ihrer Dummheit wegsperren.

Anstatt also mit den anderen, die auf den Sitzen des Vans sich unterhielten, warm zu werden machte ich das, was wir Magier häufig tun: schlafen. Zum einen brauchten wir das zum Wiederherstellen unserer Kraft, zum anderen war es eine hervorragende Methode, um alles Nervige zu umgehen, mit dem Deckmantel einer guten, missionskritischen Funktion. Ich döste also langsam weg.

Zusammengefasst: meine Fahrt nach Duisburg war ruhig und angenehm. Jedoch sagten mir die Gesichter der anderen, als der Wagen unsanft anhielt und ich dadurch geweckt wurde, daß sie am Liebsten echte Munition in den Waffen hätten.

Wir standen auf einer Straße irgendwo am Rande von Duisburg. Dank meinem eingebauten Commlink und GPS wusste ich natürlich genau, *wo* ich bin, aber ich konnte dem “hier” einfach nichts zuordnen. Ich sah halt einfach nur diverse Mengen von Landschaft. Etwas Waldstück hier, Teile einer großen Industriefarm da, und irgendwo dazwischen das Stück Asphalt, auf dem wir uns befanden.

Inzwischen hatte ich auch die AR-Informationen über unseren Zielort, eine chemische Lageranlage eines unwichtigen kleinen Konzerns, von Vicky geschickt bekommen. Die Anlage war circa zwei Klicks von hier entfernt, und wir mussten durch den ominösen Wald vor uns. Immerhin etwas Deckung.

Eine gewisse Ratlosigkeit stellte sich ein. Vicky sah uns Runner erwartungsvoll an, und die Runner waren alle subtil unsicher, was sie machen sollten. Ich seufzte und bedauerte es, daß ich auf der Fahrt nicht mehr gemacht hatte als am Anfang die Commlink-Zugänge zu teilen und so ein taktisches Netz aufzubauen.

Aber der einzige Vorteil davon war bisher nur der Marker am Rande meines Sichtfeldes, der die Richtung zum Ziel angab.

Der Wind wehte und liess Mirages Mantel im Winde aufflattern. Shirase stand unbeeindruckt in seinem irgendwann angelegten Chamäleonanzug dar – hat er sich während der Fahrt umgezogen? – und Vicky fröstelte ganz offensichtlich.

Der Wind legte sich wieder. Alle schauten bedröppelt zu Boden. Das kann ja heiter werden, dachte ich mir.

Ich lehnte mich gegen den Van, während die anderen mich verwirrt anschauten. Ich schaute leicht amüsiert zurück. “Ich fange dann schon mal mit auskundschaften an”, meinte ich nur. “Und wie gedenkst Du, das zu tun?” fragte Shirase. Mirage schaute mich nur etwas komisch an; ich denke, dass sie etwas vermutet hatte.

Grinsend entspannte ich mich. Ich zog mich in meinen Körper zurück, und machte etwas, was nur schwer zu beschreiben ist: ich verliess ihn.

Urlaub in Saarbrücken: Prolog

Diese Worte schreibe ich in der Gewissheit, pills dass sie jetzt doch nicht meine letzten sein werden. Ich sitze auf dem Beifahrersitz unseres Geländewagens, während wir uns durch die öde Landschaft südlich von Saarbrücken bewegen. Wir wirbeln viel Staub auf, aber darum machen wir uns gerade keine Sorgen. Die MET ist damit beschäftigt, nördlich von uns dafür zu sorgen, daß die Konzerne auch alle brav zueinander sind; sonst wird uns keiner mehr behelligen.

Sollte es doch noch leichtsinnige Straßenräuber geben, naja, wir haben alle keine Lust mehr, noch freundlich zu sein. Wir wollen nach Hause.

Unsere Mission hier war erfolgreich, und entgegen meiner Erwartungen leben wir alle noch. Und sobald wir sicher im LKW nach Zweibrücken unterwegs sind, können wir uns darauf freuen, mit gut gefüllten Taschen aus der Sonderrechtszone Saar-Lorraine-Luxembourg zurückzukehren.

Wer dieses Vorwort liest wird sich natürlich fragen, wovon ich hier erzähle.

Mein Name ist Michael Amsen – zumindest steht dies so auf meiner aktuellen SIN. Meinen echten Namen werde ich für mich behalten. Wer will, darf mich Muspel nennen. Der Name ist im Schatten noch recht unbekannt. Das wird sich aber ändern, sobald die Leute Wind davon bekommen, was wir abgezogen habe.

Ich bin ein Shadowrunner. Ich erledige die Aufträge, wo die großen Konzerne es sich nicht leisten können, involviert zu sein. Sabotage, Spionage, Entführung, Ermordung – das ist mein Metier.

Und somit kommen wir auch zu der Geschichte, die ich hier versuchen werde, zu rekapitulieren. Natürlich ist diese Geschichte nur so gut, wie mein Gedächtnis mir erlaubt. Auch wenn ich inzwischen reifer bin, so werde ich doch einige der Beispiele meiner Unreife in meiner Erzählung aufbewahren. Vielleicht amüsiert es den ein oder anderen.

Aber ich schweife ab. Es fing alles an einem lauen Herbstabend im September 2070 an, als ich von meinem Schieber eine interessante Nachricht erhielt…